Jascha Sommer, 29

»Sommers Grenzgänge […] werfen philosophische Fragen auf über das gesellschaftliche Entstehen von Identität: Was bedeutet es, Ich zu sagen? Warum versuchen wir, uns voneinander zu unterscheiden? Die Performance ist eine Einladung zur Empathie.«

Was bedeutet es, Ich zu sagen?
Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 13.12.2015. 

»Hallo, mein Name ist Jascha Sommer, ich bin 29 Jahre alt. Ich wohne im Ruhrgebiet und arbeite als Performance- und Videokünstler. Ich könnte aber auch jemand ganz anderes sein. Zum Beispiel könnte ich die gleiche Ausbildung absolviert haben, den gleichen Beruf ausüben und das gleiche Leben führen wie Sie. Wie würde ich mich dann vorstellen? Wie würde ich reden? Welche Fragen hätte ich an das Leben?«

Für die Bühnen-Video-Arbeit Jascha Sommer, 29 habe ich mir Selbstporträts, Erinnerungen und Lebensentwürfe mir unbekannter Menschen geliehen, um zehn Mal ein Anderer zu werden. In den Autobiografien der anderen begegnete ich individueller und kollektiver Geschichte, berührenden Momenten und kuriosen Anekdoten. Dabei entstand ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität, Theaterbühne und Film – und schließlich auch zwischen Performer und Publikum: Wer wollte, konnte die eigenen Erinnerungen, Vorstellungen und (Selbst-)Erzählungen zum Teil der vielstimmigen Performance-Installation werden lassen.

Credits_ Konzept, Künstlerische Leitung, Performance: Jascha Sommer // Produktionsleitung: Klaas Werner // Videoregie und konzeptuelle Mitarbeit: Ale Bachlechner // Videoproduktion, Bildregie, Technische Leitung: Jonathan Kastl // Szenografie: Wiebke Strombeck // Dramaturgie, konzeptuelle Mitarbeit: Jasmin Degeling, Almut Pape // Weitere Performance: Kathrin Ebmeier, Miriam Michel, Xaver Schumacher // Die Porträtieren: Breschkai Ferhard, Bruno Marino, Conny Terrow, Hassan Shahin, Benjamin Siebert, Elisabeth Trautmann // Koproduzent: Ringlokschuppen Ruhr // Förderer: Kunststiftung NRW, Ministerium für Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesfonds Darstellende Künste